Die Nominierungen der diesjährigen Oscar-Verleihung sind bekannt und eigentlich nicht weiter verwunderlich – Avatar dominiert einen Großteil der Kategorien, Inglourious Basterds ist recht oft vertreten und auch The Hurt Locker scheint den ein oder anderen Preis bekommen zu können.
Die Gesamtübersicht aller Nominierungen findet sich in der IMDb.
Meine Favoriten / Prognosen in den wichtigsten Kategorien:
Bester Film:Inglourious Basterds / Avatar Bester Hauptdarsteller:Jeremy Renner / Morgan Freeman Beste Hauptdarstellerin:Gabourey Sidibe / Gabourey Sidibe Bester Nebendarsteller:Christoph Waltz / Christoph Waltz Beste Regie:Quentin Tarantino / James Cameron Bestes Originaldrehbuch:Inglourious Basterds / Inglourious Basterds Bestes adaptiertes Drehbuch:Precious / District 9 Beste Kamera:Avatar / Avatar Bester Schnitt:The Hurt Locker / Avatar Bestes Szenenbild:The Imaginarium of Dr. Parnassus / Avatar Bestes Kostümdesign:The Imaginarium of Dr. Parnassus / The Imaginarium of Dr. Parnassus Bester Ton:Avatar / Avatar Bester Tonschnitt:Avatar / Avatar Beste visuelle Effekte:Avatar / Avatar Bester animierter Spielfilm:Oben / Oben
Demzufolge würde in meinem Wunschdenken Inglourious Basterds vier Oscars bekommen und Avatar ebenfalls vier. Meiner Vermutung nach bekäme Inglourious Basterds zwei Oscars und Avatar acht. Mal sehen wie die Verleihung am 7. März letzten Endes ausfällt … hoffentlich sehr zu Gunsten des großartigen Tarantino-Filmes.
Da ich vor zwei Jahren glücklicherweise Religion in der Schule abwählen konnte und stattdessen Philosophie-Unterricht habe, konnte ich gestern den Tag an der Universität in Münster verbringen. Während die Religionskurse ihre TRO hatten, waren die beiden Philosohpie-Kurse einen Tag zu Besuch im Fachbereich Philosophie und wurden ein wenig herumgeführt. Wir besuchten eine Vorlesung zum Thema ‘Wozu Kunst?’, warfen einen Blick in die Bibliothek der Fachschaft und durften zum Abschluss des Tages mit unserem momentan promovierenden Lehrer sein Doktoranden-Kolloquium besuchen. Bei Letzterem ‘musste’ allerdings nur mitkommen, wer auch wollte, weshalb sich die Zahl der Interessierten (glücklicherweise) auf fünf belief.
Zwischen den Führungen, Gesprächen mit Studenten, etc. gab es Pausen, ich konnte im Saturn noch einen günstigen Film kaufen und in der Jugendherberge gab es sogar auf jedem Zimmer ein Bad mit Dusche und WC – leider noch lange kein Standard in allen Jugendherbergen.
Bei der Vorlesung und gerade am Abend bei den Doktoranden war natürlich nicht alles verständlich, aber für einen sehr guten Einblick in das Philosophie-Studium hat es gereicht. Die Studierenden gaben uns noch ein paar Tipps und Hinweise, wann man Philosophie studieren sollte und was man später damit machen kann – das war zwar nicht alles neu für mich, aber die Möglichkeit, nach dem Abitur Philosophie zu studieren, scheint mir nun als eine sehr gute Wahl. Dazu vielleicht noch ein oder zwei Lehramts-Fächer. Mal sehen.
Ich kann jedenfalls abschließend sagen, dass wir einen schönen Tag hatten, mit fünf Stunden für eine Exkursion sogar recht viel Schlaf bekamen und nebenbei eine Menge lernen konnten. Es sei jedem empfohlen, wenn irgendwie möglich, an einer ähnlichen Veranstaltung teilzunehmen – eine super Möglichkeit, sich ein Bild von einem Berufs-/Studienzweig zu machen.
01. Ein Film, den du schon mehr als zehn mal gesehen hast?
Mehr als zehn Mal habe ich, glaube ich, noch keinen Film gesehen. Aber ‘Lars und die Frauen’ habe ich mittlerweile gut fünf Mal gesehen, die letzten/ersten drei Star Wars-Teile (IV, V, VI) dürften auch so um fünf liegen und die Indiana Jones-Film kommen jeder (außer dem vierten – meh.) so an acht Mal heran.
02. Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast?
Den ersten Ice Age-Teil habe ich bei drei aufeinander folgenden Kindergeburtstagen gesehen. Ansonsten war ich nur ein Mal in jedem Kinofilm, wozu auch öfter? Da kaufe ich mir lieber die DVD.
03. Ein Schauspieler, wegen dem du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen?
Auf jeden Fall John Malkovich und Robert de Niro. Ganz klar und sowieso Anthony Hopkins, Johnny Depp und auch – schlagt mich – Vin Diesel.
04. Ein Schauspieler, wegen dem du eher geneigt wärst, einen Film nicht zu sehen?
Leonardo DiCaprio. Außer den alten Filmen von ihm (Jim Carroll, Gilbert Grape), aber die neueren sind Mist.
05. Ein Film, den du immer schon sehen wolltest, bisher aber nicht dazu gekommen bist?
Ein Blick in mein DVD-Regal würde reichen um 20 solche Filme zu finden … Sieben habe ich noch nicht gesehen, aber besonders freue ich mich auf Full Metal Jacket.
06. Ein Film, den du lieber niemals gesehen hättest?
Der Gonger. Totale Scheiße, aber ich bin auch selber Schuld, wenn ich mir eine deutsche TV-Produktion ansehe, in deren Vorschau von einer ‘Weltpremiere’ die Rede ist. What?! Weltpremiere? Natürlich, aber who the fuck cares, außerhalb Deutschlands? Grauenhafter Film, wirklich unterster Mist.
07. Ein Film, den du extrem lustig findest?
Alle Monty Python-Filme. Große, große Klasse, toller britischer Humor.
08. Ein Film, der dich zum weinen gebracht hat?
Der Soldat James Ryan kürzlich, Forrest Gump sowieso, aber auch bei Titanic.
09. Ein deutscher Film, den jeder gesehen haben sollte?
Knocking on heaven’s door. Ein alter Film von Til Schweiger, als der noch innovativ war und gute Dinger zustande gebracht hat. Das Experiment ist auch sehenswert, steht aber hinter Knocking on heaven’s door.
10. Dein Lieblingsgenre?
Alle bewegten Bilder, egal was, Film ist gut.
11. Ein Kurzfilm, der dich begeistert hat?
Der großartige, wundervolle Kurzfilm SIGNS. Eine herausragende Arbeit. Black Button ist auch sehr gut, aber vor allem eher wegen der Idee, als wegen der Umsetzung.
Mit dem Beginn dieses Jahres blicke ich über eine großartige Filmlandschaft in den nächsten 12 Monaten. In diesem Artikel möchte ich kurz die Film vorstellen, auf die ich mich 2010 ganz besonders freue und versuchen werde, im Kino zu sehen. Wie immer leider unter der Bedingung, dass sie hier im doch recht kleinen Kino laufen, bzw. ich in eines der nächstgrößeren der Umgebung komme.
Diesen Film mit Robert Downey Jr. als Sherlock Holmes und Jude Law als Dr. Watson – zwei Schauspieler, die ich unheimlich gerne mag, wird die bekannte Krimi-Story mit Bond-ähnlichen Action-Elementen versetzt. Ein hochinteressanter Ansatz, finde ich, und allein wegen den Schauspielern schon ein Grund, ihn mir auf jeden Fall anzusehen. Regie führt übrigens Guy Ritchie.
Kinostart ist der 28. Januar.
Der Film basiert auf dem Roman von Alice Sebold, Regisseur ist Peter Jackson. Es geht um ein Mädchen, welches getötet wird und aus einer Art Zwischenwelt die Welt der Lebenden beobachtet.
An sich eine interessante Story, wie geschaffen für einen Film von Peter Jackson. Auch die Darsteller klingen soweit recht überzeugend, allerdings muss ich sagen, dass der Trailer mich ziemlich enttäuscht hat. Die Effekte der Zwischenwelt wirken sehr minimal und irgendwie zu flach und die Erzählstimme ging mir schon nach den zwei Trailerminuten auf die Nerven. Die Story in Verbindung mit dem Regisseur klingt jedoch zu verlockend, als dass ich mir diesen Film nicht im Kino würde ansehen wollen. Hoffentlich läuft er hier.
Kinostart ist der 11. Februar.
Großartig, einfach ein göttlicher Film, quasi mit einer Versammlung meiner Lieblingsschauspieler. George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges und Kevin Spacey. Im Film geht es um eine Spezialeinheit der US-Truppen, die auf Gedankenkraft trainiert werden und zur Übung zum Beispiel versuchen, Ziegen durch anstarren zu töten. Ein großartiger Film, den ich auf jeden Fall sehen möchte.
Kinostart ist der 4. März.
Als großer BurtonDepp-Fan, kann ich am neusten Meisterwerk dieses genialen Duos gar nicht vorbei kommen. Helena Bonham Carter spielt übrigens, Wunder oh Überraschung, auch mit … ein paar weitere Pluspunkte für den Film. Den etwas betagten Trickfilm habe ich schon in jüngeren Kindertagen mit großer Begeisterung aufgenommen und erwarte mir nun, ein paar Jahre später und vielleicht nicht sonderlich viel reifer, vom Animations-/Real-Remake noch deutlich mehr. Vor allem wegen Burton und Depp. Und Carter. Und Anne Hathaway. Und überhaupt. Ob ich wohl schon Karten vorbestellen kann?
Kinostart ist der 19. März.
Aaron Johnson, bekannt vielleicht aus Frontalknutschen und der kurzweiligen englischen Fernsehserie ‘Nearly Famous’, sowie Christopher Mintz-Plasse (Superbad, Vorbilder?!), Chloe Moretz (500 Days of summer), Mark Strong (Babylon A.D., Sherlock Holmes) und (yay) Nicolas Cage spielen in diesem Film eine Reihe sehr erfolgreicher Möchtegern-Superhelden, die natürlich das Böse bekämpfen und immer auf der Flucht und auf der Jagd zugleich sind. Für meinen Geschmack ein perfekter Film – unrealistische Action, die sich nicht ernst nimmt und nicht ernst genommen werden möchte, einfach ein bisschen super Unterhaltung mit hoffentlich guten Gags und einem kleinen bisschen Kawumm.
Kinostart ist der 16. April.
Dies ist die aktuelle Robin-Hood-Verfilmung mit Russell Crowe. Obwohl ich zwar nicht gerade ein Hood-Fan bin, gefällt mir die Story doch soweit, als dass ich sie gerne in einem guten Film sehen würde. Die bekannteste Umsetzung, mit Kevin Costner, Alan Rickman und Sean Connery, hat mir nämlich kein bisschen gefallen und bedarf dringend einer ‘Generalüberholung’.
Der Film von Ridley Scott ist schon im Trailer besser als alles, was ich in genannter Verfilmung in 143 Minuten gesehen habe. Düster, bedrohlich, dreckig und vor allem realistisch durch seine offenere Gewaltdarstellung. Kein Familienfilm, ein Actionfilm, keine Märchenstunde, die Geschichte eines (Anti-)Helden, der für seine Gerechtigkeit großes Blutvergießen in Kauf nahm. Ob Russell Crowe nun die beste Besetzung dafür ist, sei vorerst dahingestellt, aber viel darüber verraten kann der kurze, noch wenig aufschlussreiche Trailer auch bislang nicht. Mal abwarten.
Kinostart ist der 14. Mai.
So weit erst mal. Für den Rest des Jahres liegen noch nicht so ganz viel Trailer und Material vor, sodass ich da mit der Vorfreude noch ein paar Monate warte.
Habe ich irgendwelche Filme vergessen, die ich auf keinen Fall verpassen darf, oder überschätze ich einige Filme völlig? Ich bitte um Meinungen ;)
Ich habe mich schon lange nicht mehr so auf einen Film gefreut, wie auf den ultimativen Superhelden-Streifen. Viele haben es versucht, aber Batman und Co. sind gescheitert. Kick-Ass!
Aaron Johnson, bekannt vielleicht aus Frontalknutschen und der kurzweiligen englischen Fernsehserie ‘Nearly Famous’, sowie Christopher Mintz-Plasse (Superbad, Vorbilder?!), Chloe Moretz (500 Days of summer), Mark Strong (Babylon A.D., Sherlock Holmes) und (yay) Nicolas Cage.
Sie alle spielen in diesem Film eine Reihe sehr erfolgreicher Möchtegern-Superhelden, die natürlich das Böse bekämpfen und immer auf der Flucht und auf der Jagd zugleich sind.
Das wunderbare an dem Film ist aber, soweit der Trailer vermuten lässt, dass er sich kein Stück ernst nimmt. Der Batman-Verschnitt spricht nicht 50 Oktaven tiefer als ein Normalsterblicher und Hit Girl hat keine Glatze mit Dauerfrost-Miene. Sie alle sind ganz normale Menschen, ein bisschen nerdig vielleicht.
Für meinen Geschmack ein perfekter Film – unrealistische Action, die sich nicht ernst nimmt und nicht ernst genommen werden möchte, einfach ein bisschen super Unterhaltung mit hoffentlich guten Gags und einem kleinen bisschen Kawumm.
Bleibt für mich nur zu hoffen, dass der Film auch das örtliche Kino erreicht … aber Sherlock Holmes ist zumindest schon angekündigt, ebenfalls ein Film übrigens, auf den ich mich ungemein freue. Ich glaube, 2010 wird ein gutes, gutes Filmjahr. Ganz ehrlich. Wenn es schon mit zwei solchen Filmen beginnt.
Kick-Ass kommt übrigens am 16. April in die amerikanischen Kinos, dürfte also so gegen Anfang Mai, vielleicht schon Ende April hierzulande zu sehen sein.
Titel Ein mutiges Herz Autor Mariane Pearl Erscheinungsjahr 2004 Seitenzahl 319 Bewertung 4 von 5 Sternen
Inhalt
Der Journalist Daniel Pearl, als Südasien-Korrespondent des Wall Street Journal tätig, wurde am 23. Januar in Karatschi, Pakistan, von Terroristen entführt und wenige Wochen später getötet. Seine zu dem Zeitpunkt hochschwangere Frau Mariane begleitete ihn auf seinen Reisen rund um den Globus und organisierte in Karatschi zusammen mit den Behörden und Freiwilligen eine verzweifelte Suche nach den Entführern. In Ein mutiges Herz schildert sie ihren Kampf um Daniels Leben, die Schwierigkeiten der Ermittlungen und die unaussprechliche Trauer, als sie nach Wochen der Ungewissheit schließlich vom Tod ihres geliebten Ehemannes erfährt.
Es ist ihre Geschichte, die Geschichte des Kampfes für die Freiheit, gegen den Terrorismus, des Kampfes für Daniel und für ihr gemeinsames Kind.
Meinung
Mariane Pearl redet nichts schön. Sie beschreibt ihren Kampf gegen den Terror, versucht zwischen verhärteten Fronten zu vermitteln, möchte aufklären.
Mit ihrem umfassenden Hintergrundwissen zum Terrorismus, zur gespannten politischen Lage nach den Anschlägen auf das World Trade Center, zur islamischen Kultur, gelingt es ihr, neben dem detaillierten Bericht von Daniel Pearls Entführung, dem Leser einen Eindruck von Pakistan zu verschaffen, den man nicht aus Zeitung und Fernsehen gewinnen kann. Sie lässt an geeigneten Stellen Anekdoten aus ihrem gemeinsamen Eheleben einfließen, erklärt beiläufig interessante Fakten zu terroristischen Gruppierungen und schafft damit ein zutiefst bewegendes und gleichermaßen informationsreiches Buch.
Es ist eine Biografie von Daniel Pearl, ein Artikel über den Terrorismus, ein Interview mit Mariane Pearl, ein Sachbuch über Pakistan und seine reiche Kultur und noch so vieles mehr.
Titel America Autor Andres Serrano Erscheinungsjahr 2004 Seitenanzahl 368 Bewertung 5 von 5 Sternen
Inhalt
Andres Serrano, bekannt geworden mit seinem provokativen ’Piss Christ’, bringt in diesem Band die besten seiner Werke zusammen, eingeleitet von Portraits verschiedener amerikanischer Bürger. Darauf folgen verschiedene andere Serien wie ’History of Sex’, oder ’The Morgue’. Die Hochglanz-Fotografien sind jeweils seitenausfüllend, mit kräftigen Farben in bestechender Qualität gedruckt.
Meinung
Oft ist die Seitenreihenfolge dieses Bildbandes bewusst von Serrano arrangiert. Da findet sich das Bild eines Cowboys auf der linken, das Bild einer Indianerin auf der rechten Seite. Allesamt sind es Fotografien von normalen, amerikanischen Bürgern, mitunter auch von Stars wie B.B. King.
Grade im zweiten Kapitel dieses Best Of seiner Werke, in ‘The Interpretation of Dreams’, wird seine subtile, intelligente Gesellschaftskritik deutlich. Das Bild eines Superman-Anzugs an einem Kleiderhaken trägt den Titel ‘Death of Superman’, die linke Seite, ein Schwarzer mit Dornenkrone, im Hintergrund eine Nonne, heißt ‘The other Christ’.
Jedes Kapitel dieses Buches, alle eine Auswahl Serranos bester Fotografien, zeigt seine ablehnende Haltung der Kirche und der modernen Gesellschaft gegenüber, seinen Hass auf den Rassismus – ‘The Klan’ zeigt Portrait-Aufnahmen von verhüllten Mitgliedern des Ku Klux Klans – auf die Dummheit der Welt, die Arroganz der Menschen.
Ein genialer Bildband, voll von unvergleichlichen Bildern. Ein Muss für jeden Freund kritischer Kunst, die Serrano in America so genial ausführt wie wenige neben ihm.
Man darf jedoch nicht den Fehler machen und Serranos Bilder stellvertretend für den Durchschnitt der Amerikaner sehen. Er hat sich für seine Bilder oft die Extremen herausgesucht, möchte gar kein Bild der Durchschnittsgesellschaft zeichnen, sondern ihr ihre Probleme aufzeigen. Das jedoch gelingt ihm auf grandiose Art und Weise.
In den letzten Jahren wäre ich an diesem ‘Fest’ am liebsten gar nicht aus dem Bett aufgestanden. Aber irgendwie kommt man ja doch nicht umhin, in eine festliche Stimmung zu verfallen.
Woran liegt das?
Nüchtern betrachtet, nur auf den Grundgedanken der christlichen Idee schauend, ist dieses ganze Gemache und Getue – schwachsinnig.
Wie kommt es bloß, dass ich mich trotzdem von diesem Fest so mitgerissen fühle, so überzeugt von dem Sinn, der hinter den komischen, hässlichen Kugeln steckt, die an unserer winzigen ‘Reise-Tanne’ hängen, von der gehörgangzersetzenden Grausamkeit der Musik, die wohl Frohsinn verbreiten möchte, von den dämlichen Shows im Fernsehen, den endlosen Artikeln über die Festlichkeit in den Zeitungen?
Es liegt am Zwang der Masse. Jeder Mensch ist in Feststimmung, zieht andere automatisch mit, keiner kann etwas dagegen tun, geschweige denn sich dagegen wehren.
Man kommt nicht umhin, zu dieser besonderen Jahreszeit in Vorfreude auf den erleuchteten Weihnachtsbaum schon am Nachmittag die Weihnachts-CD rauf und runter zu hören, Tage und Wochen vorher die Vorbereitungen zu treffen, Geschenke für Freunde und Verwandte zu kaufen, teilweise auch für Menschen, denen man sonst nie auch nur ein Lächeln geschenkt hätte.
Weihnachten ist das Fest des Gruppenzwangs.
Es gibt, in einem weihnachtlich eingestimmten sozialen Umfeld, keinen Menschen, der Weihnachten wirklich hasst. Davon bin ich überzeugt.
Ich sitze nun hier, in unserer Ferienwohnung in Cuxhaven, an einem Laptop mit UMTS-Karte, elendig langsamem Internet und fühle mich so ein bisschen in die Zeiten unseres Jahrgang-96er-Laptops zurückversetzt, als wir noch ein 56k-Modem hatten und ich, um zusätzliche Autos für Midtown Madness 2 herunterzuladen, noch mitunter mehrere Stunden für einen einzigen Download warten musste.
Die Wohnung ist sehr schön, nicht in dem Haus, welches wir seit 14 Jahren besuchen. Diesmal ist es ein Neubau, ein paar hundert Meter entfernt, mit Blick auf das Meer, welches ich wegen dem Nebel nur schemenhaft erkennen kann.
Cuxhaven ist meine Ruhequelle. Ich kann nirgends besser entspannen und ausruhen, als in weihnachtlichem Urlaub in Cuxhaven. Bayern die letzten zwei Jahre war auch nicht schlecht, aber Cuxhaven ist doch besser.
Der Baum, ca. einen Meter hoch, damit er bequem mit auf die Reise konnte, ist seit einer halben Stunde geschmückt, der CD-Player spielt, wie gesagt, unsere Weihnachts-cD, die schon seit meinem ersten Weihnachten – und wer weiß wie viele Jahre vorher ebenfalls – nur an diesem einen Tag läuft. Traditionelle Weihnachtslieder, von Chören und Orchester gespielt, beruhigend, irgendwie. Meine Oma und Mutter bereiten schon jetzt, es ist kurz nach ein Uhr, das Abendessen vor. Mein Vater ist noch mal eben in die kleine Innenstadt dieses Vororts vom eigentlichen Cuxhaven gefahren, um Soßenbinder zu kaufen.
Vor mir auf dem Tisch liegt die Frankfurter Allgemeine von letztem Sonntag und die Süddeutsche, die ich grade eben anstelle der Zeit gekauft habe, da diese leider schon vergriffen war. Warum muss die Weihnachtsausgabe auch schon am Dienstag, statt heute, am Donnerstag, erscheinen?
Wie dem auch sei, Süddeutsche ist ja auch nicht schlecht.
Irgendwie ist meine Netzverbindung grade flöten gegangen … hm … gut, dass ich im Notepad tippe. Aus Fehlern lernt man.
Ich hoffe, ich kann diesen Artikel noch heute irgendwann online stellen. Würde doch so gar nicht zur weihnachtlichen Stimmung passen, wenn er zwei Wochen nachher erst erscheint. Bis zum 3. Januar bin ich nämlich noch hier, dann Sternsingerleitung und danach gehts dann, entspannt und gelassen, wieder zur Schule zurück.
Schöne Ferienaussichten. Meine über alles geliebte Freundin kommt am 29. Dezember nachgereist und gemütlich im kleinen Kreis verbringen wir hier Sylvester. Vielleicht nicht ganz die Traumvorstellung für alle unseren Alters, ich jedoch muss sagen, dass ich mir kein schöneres Sylvester, kein schöneres Weihnachten und keinen schöneren Urlaub vorstellen kann.
Ganz ehrlich? Ich mag Weihnachten ein bisschen. Natürlich ist damit im Vorfeld viel Stress verbunden, aber man macht sich keine Vorstellung davon, wie unglaublich entspannend dieser Urlaub für mich ist. Ich kann viel, viel lesen, muss mich um nichts kümmern, kann ebenso viel schlafen wie essen, fernsehen und den Schneeflocken in ihrem wirren Tanz von unserer breiten Balkon-Glasfront aus zusehen. Direkt davor erstreckt sich, da wir uns im Erdgeschoss befinden, eine Schneedecke, durchbrochen von ein paar wenigen Büschlein, die sich rythmisch im Wind, beinahe passend zu dem Lied der Weihnachts-CD bewegen.
Ich glaube, dieser Urlaub wird echt klasse. Wirklich. Ich freue mich. Schon jetzt bin ich innerlich gelassen – man siehe nur, zu welch langen Texten ich mich hinreißen lasse!
Herrlich.
Ich wünsche Euch allen, jedem der diesen Blog liest oder nicht, ein wundervolles Weihnachtsfest, ganz tolle Feiertage, ein schönes neues Jahr und was man sich nicht sonst noch alles wünschen kann.
Macht das beste draus ;)
Grade eben sehe ich in meinen Feeds zwei wundervolle neue Trailer bei Apple:
Zum einen wäre dort der erste richtige Trailer für Tim Burtons ‘Alice in Wonderland’, auf den ich seit dem Teaser sehnsüchtig warte.
Als großer BurtonDepp-Fan, kann ich am neusten Meisterwerk dieses genialen Duos gar nicht vorbei kommen. Helena Bonham Carter spielt übrigens, Wunder oh Überraschung, auch mit … ein paar weitere Pluspunkte für den Film. Den etwas betagten Trickfilm habe ich schon in jüngeren Kindertagen mit großer Begeisterung aufgenommen und erwarte mir nun, ein paar Jahre später und vielleicht nicht sonderlich viel reifer, vom Animations-/Real-Remake noch deutlich mehr. Vor allem wegen Burton und Depp. Und Carter. Und Anne Hathaway. Und überhaupt. Ob ich wohl schon Karten vorbestellen kann?
Der zweite Trailer, der mich zwar nicht so derart begeistert wie der erste, der mir aber dennoch durchaus gefällt, ist von der aktuellen Robin-Hood-Verfilmung mit Russell Crowe. Obwohl ich zwar nicht gerade ein Hood-Fan bin, gefällt mir die Story doch soweit, als dass ich sie gerne in einem guten Film sehen würde. Die bekannteste Umsetzung, mit Kevin Costner, Alan Rickman und Sean Connery, hat mir nämlich kein bisschen gefallen und bedarf dringend einer ‘Generalüberholung’.
Der Film von Ridley Scott ist schon im Trailer besser als alles, was ich in genannter Verfilmung in 143 Minuten gesehen habe. Düster, bedrohlich, dreckig und vor allem realistisch durch seine offenere Gewaltdarstellung. Kein Familienfilm, ein Actionfilm, keine Märchenstunde, die Geschichte eines (Anti-)Helden, der für seine Gerechtigkeit großes Blutvergießen in Kauf nahm. Ob Russell Crowe nun die beste Besetzung dafür ist, sei vorerst dahingestellt, aber viel darüber verraten kann der kurze, noch wenig aufschlussreiche Trailer auch bislang nicht. Mal abwarten.
Vor einigen Wochen hatte ich hier bereits vom Lovelybooks-Leserpreis erzählt und dazu aufgerufen, doch bitte in möglichst allen Kategorien mitzuvoten.
Nun stehen die Ergebnisse fest; es haben immerhin gut 8.000 User mitgemacht und insgesamt wurden 230.000 Stimmen abgegeben. Das klingt ja schon mal nicht schlecht. Doch das Problematische sind die Bücher, für die letztendlich gewertet wurde …
Allgemeine Literatur: Die Bücherdiebin
Krimi/Thriller: Vergebung
Romantik/Gefühl: Bis(s) zum Ende der Nacht
Historische Romane: Blut und Silber
Fantasy: Akardien Band 1
Bester Titel: Der Tod ist ein Postmann mit Hut
Bestes Cover: Die Tribute von Panem
Bester Klappentext: Der Junge im gestreiften Pyjama
Meine Meinung dazu? Peinlich. Für den deutschen Leserdurchschnitt. In meinen Augen hat keines dieser Bücher den Preis verdient, den es bekam, wenn ich mir ansehe, welche Bücher außerdem zur Auswahl standen. Warum zum Beispiel ist Schätzing so weit abgeschlagen? Was hat Gablé verbrochen, auf Platz 5 verdammt zu sein? Und warum, verdammt, ist Bis(s) noch immer nicht als gemeingefährlich erkannt und verboten worden?
Besonders aufgeregt – und sehr stutzig gemacht – hat mich allerdings das Voting im Bereich Bestes Cover. Wer kommt auf die Idee, dass das Cover von ‘Die Tribute von Panem‘ überhaupt ein gutes Cover ist? Ein Gesicht, verdeckt von Blättern – was ist daran goldwürdig? Es gibt so etliche, viel bessere Cover als das gewählte und zumindest in dieser Kategorie ist meine Einschätzung wohl nur geringermaßen subjektiv.
Was hält denn der geneigte Leser von den Siegern? Berechtigt, unberechtigt? Ebenso empört wie ich?