Schon zu Zeiten der Kindheit meiner Mutter war neben unserem Haus ein kleines Lädchen im Erdgeschoss. Bis vor etwa acht Jahren war dort noch ein, von einer alten Frau geführter, Kiosk mit allerlei Haushaltswaren und allmorgendlich frischen Brötchen. – Wenn ich dort sonntags Brötchen holen ging, durfte ich mir immer ein Überraschungs-Ei mitnehmen.
Dieses Lädchen ging dort jedenfalls irgendwann raus, weil hier, etwa einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, in unserer kleinen Stadt einfach kein guter Ort für Lädchen ist.
Zuletzt gab es dort, nach mehreren Wechseln, für etwa ein halbes Jahr einen 2nd-Hand-Shop. Und ein halbes Jahr ist im Verhältnis schon sehr lange. Der ist allerdings erwartungsgemäß nun auch wieder raus und wurde nun, nach drei Monaten des Leerstehens, durch einen ‘Frühkiosk’ ersetzt, der eigentlich erst ein ‘Nachtkiosk’ werden sollte, dies aber nicht genehmigt bekam.
Jetzt ist dort also jedenfalls ein ‘Frühkiosk – geöffnet ab 4 Uhr’ drin, der momentan, abgesehen von einer Theke mit Brotschaukastending Null Inneneinrichtung hat. Und ich kann euch jetzt schon sagen: In spätestens einem halben Jahr ist er wieder weg.
Der Sommer in diesem Jahr war, zumindest für meinen Geschmack, dann nun doch etwas zu lang. Aber dass jetzt auf die heißen Tage sofort die eisigen folgen, ist doch auch irgendwie blöd.
Wer mich kennt, weiß, dass ich den Winter liebe. Dunkle Tage, Kälte, gemütliche, warme Räume. Alles das finde ich klasse. – Aber doch noch nicht Anfang Oktober! Ich muss mich doch erst mal vom relativ warmen September umgewöhnen. Wo bleibt der mäßig frische Oktober, den es sonst immer gibt? Im November darf es kalt werden, soll es sogar, im Dezember erst recht (da kommt quasi als Bonus auch noch die Weihnachtszeit hinzu) – aber bitte! nicht im Oktober!
Vor ein paar Tagen konnte ich mit luftigem Anorak aus dem Haus gehen, den ich dann sogar später noch auszog, weil es zu warm darin war. Und nun – schlagartig – musste ich meine dicke Winterjacke entstauben und es regnet in Strömen.
Dass es so ist – klasse. Dass es so schnell so ist – blöd.
Aber die Zeit, die ich nun mehr im Haus verbringe, werde ich mal dazu nutzen, alte Postings aus früheren Blogs von mir zu restaurieren und hier zu veröffentlichen. Einiges davon ist echt interessant.
Na ja, in ein paar Tagen habe ich mich wohl an den plötzlichen Kälteeinbruch gewöhnt, dann kann ich es genießen. Was hält der geneigte Leser vom Winterwechsel und der kalten Jahreszeit an sich?
Wie bereits gebloggt, habe ich mich vom frisch gebackenen Hobbykoch direkt zum Hobbyschokoladengeburtstagskuchenbäcker gemausert (Ha, wer erkennt das Wortspiel?).
Gehofft, gebangt, gezittert habe ich – aber! Der Kuchen ist gut angekommen und wurde sogar von meiner Freundin als ‘der tollste Kuchen, den ich je hatte’ bezeichnet. Das macht mich sehr glücklich! =)
Natürlich hier ein Bild von diesem Kunstwerk bäckerischer Schöpfungsurgewalten:
Irgendwie knuffig. Ich mag ihn. Sie. Ihn. Es. Whatever.
Kochen habe ich ja letztens erst zu meinem neuen Hobby erklärt. Meine Freundin hat Dienstag Geburtstag und ein Geburtstag ohne Schokoladenkuchen ist wie ein iPod ohne Apfel. Also hab ich nach kurzem Suchen im Netz dieses einfache und lecker aussehende Rezept gefunden und ausgedruckt. Ab in die Küche, wie beim Kochen die Zutaten rausgesucht (Moccalikör hab ich durch Marillenlikör (heißt das so?) ersetzt … der Teig schmeckte beim Probieren damit auf jeden Fall schon klasse), und losgelegt.
Natürlich nicht ohne Schürze. Kochen ohne Schürze ist wie ein Bildschirm ohne Pixel.
Ich hab für den Teig nun etwa eine Stunde gebraucht und hol ihn in 10 Minuten aus dem Ofen. Danach auskühlen lassen und morgen bring ich aus der Stadt noch Glasur mit – Vollmilch und weiße Schokolade, damit ich die Konturen des Mickey Mouse-Gesichts malen kann. Denn: Nein, ich habe keine 08/15-Herzform genommen, sondern die Mickey Mouse-Form, in der ich seit, glaube ich, 12 oder 13 Jahren meinen Geburtstagskuchen von meiner Mama gemacht bekomme. Und nächstes Jahr auch. Und das Jahr danach. Ich mag meinen Mickey Mouse-Kuchen von meiner Mama =>.
Während dem Schreiben ist der Kuchen fertig geworden und kühlt gerade aus – ich hoffe er schmeckt … also riechen tut er super. Hihi, ich find’s ganz klasse, dass ich das geschafft habe. Ja, ich bin ein bisschen stolz auf mich.
Mal sehen, wann es das nächste Mal etwas zu essen gibt, von den Enchiladas von letztens hab ich ja gar nichts gebloggt. Man möge es mir verzeihen.
Bis dann also, spätestens bei meiner nächsten Küchen-Aktion gibt es ein neues Posting. Aber morgen, wenn der Kuchen fertig ist auch.
(geschrieben am 6. September um 21.17 – damit die Überraschung bleibt, aber erst am 8. veröffentlicht)
Thomas Redigh und Daniel Larsson haben diese wunderbare Stop-Motion-Hommage an Retro-Games gedreht. In 1500 Arbeitsstunden. Respekt, das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen:
Das Bildnis des Dorian Gray ist einer der großartigsten Romane von Oscar Wilde und wurde bisher etliche Male grottig verfilmt. Aber nun, nach über 100 Jahren, scheint es (abgesehen von der kurzen Erwähnung in Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman) endlich jemand ernst zu meinen. Die Regie der neusten Verfilmung übernimmt Oliver Parker, die Hauptrolle spielt Colin Firth, den man vielleicht aus den Bridget Jones-Filmen und Mamma Mia! kennt.
Was der Trailer bisher zeigt, sieht jetzt nicht unbedingt klasse aus, aber Colin Firth mag ich und vielleicht wird der Film ja besser als der Trailer es bisher vermuten lässt.
Terry Gilliam ist Teil von Monty Python und allein deswegen schon klasse. Natürlich kennt man ihn auch noch von Fear and Loathing in Las Vegas und 12 Monkeys, aber wenn man mal ehrlich ist, kommt keiner davon an Die Ritter der Kokosnuss und Das Leben des Brian heran.
Aber darum geht’s gar nicht.
Es geht um den neuen Film von Gilliam, dessen Hauptrolle Heath Ledger, Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell gleichzeitig übernehmen. Ledger ist währenddessen ja bedauerlicherweise gestorben, und da der Film sowieso überdreht genug ist, kann man als Ersatz auch gleich drei statt nur einem Schauspieler nehmen.
Viel dazu sagen will ich gar nicht, der Trailer und der 9.5 Punkte-Durchschnitt bei 900 Votes in der IMdB (und das schon jetzt, der Film läuft erst im Oktober in England an) sprechen für sich:
Kochen ist schwer. Nicht alle können kochen. Ich schon gar nicht. Dachte ich! Ist aber gar nicht so, wer hätte das gedacht? Gestern Abend kam ich, um meiner Freundin das Gegenteil meines Koch-Unvermögens zu beweisen, auf die Idee, eine Lasagne zu basteln. Ist ja immerhin noch eins der leichteren Gerichte.
Gesagt, getan. Heute morgen ging’s erst einmal, nach ausführlichem Studieren des Rezepts im Koch-Ordner meiner Mutter, einkaufen. Das nahm, aufgrund einer gewissen Orientierungslosigkeit im Regalreihen-Wald, bereits etwa eine Stunde in Kauf. Aber nicht schlimm, ich hatte ja Zeit en masse.
500g Hackfleisch, eine Dose Tomaten, Lasagne-Blätter und Béchamel-Sauce lagen nun also auf dem Küchentisch, der Rest musste noch in etwa wiederum einer Stunde aus dem Haushalt zusammengesucht werden. Alle Zutaten da, also auf ans Zwiebel- und Knoblauchschneiden. Zwar dauerte das wieder länger, als es bei etwas geübteren Koch-Menschen der Fall gewesen wäre, doch das Ergebnis erfüllte mich doch mit einer kleinen Portion Stolz. Olivenöl in der Pfanne erhitzt (beschwingt von meinem jüngsten Erfolg wagte ich es dabei sogar, die angegebenen ‘2EL’ ohne tatsächlichen Esslöffel, sondern beim Gießen mit dem Auge abzumessen) und die gewürfelten Möhren zusammen mit Zwiebel und Knoblauch ein bisschen darin hin und her gewendet.
Während im Hintergrund die Bratpfanne vor sich hin zischelte, hab ich schon mal die Auflaufform mit Butter eingefettet und vielleicht ein Stück zu zaghaft Béchamel-Sauce darin verstrichen. Jedenfalls hatte ich ganz am Schluss noch ein gesamtes Paket über. Aber was soll’s, ist es eben eine Diät-Lasagne.
Nachdem dann in der Pfanne, mit dem bereits vor sich hin brätelnden Möhren-Zwiebel-Knoblauch-Zeugs, das Hackfleisch angebraten war, und bis dahin alles ganz gut lief, traute ich mich an ein zweites Wagnis. Ich missachtete die Würz-Empfehlung ‘Salz, Pfeffer und Paprika’ und ersetzte das vorgeschlagene ‘Paprika’ durch ‘Red Chili’. Natürlich nicht zu zaghaft, sondern durchaus ein bisschen mehr. Die Lasagne sollte schließlich schön scharf werden. Ein paar Mal Probe gekostet, nachgewürzt und schließlich mit den Dosentomaten übergossen.
Beim In-Die-Auflaufform-Füllen vergaß ich dann leider auf der untersten Ebene (Lasagne – Hackfleisch – Béchamel), die Béchamel-Sauce, sodass ich auf der zweiten Ebene damit dann etwas weniger sparsam umging. Noch eben die letzte Ebene, Tomaten geschnitten, um sie kurz vor dem Backen nachher darüber zu streuen, und schnell die Küche aufgeräumt.
Insgesamt bin ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden, zumal es wie gesagt das erste Mal ist, dass ich etwas gänzlich alleine gekocht habe. Abgesehen von Tiefkühl-Futter. Aber das kann ich immerhin wirklich gut!
Auf jeden Fall sieht die Lasagne schon jetzt sehr schmackhaft aus und wartet grade im Kühlschrank darauf, dass sie heute Abend noch mal für 40 Minuten im Backofen ge … braten wird? Oder heißt es gebacken? Jedenfalls kommt sie in den Backofen.
Nach dem Essen blogge ich dann hier wieder von meinem durchschlagenden Erfolg, der mich sofort in die Riege der Sterne-Köche katapultiert.