Und Tag 5. Heute lag Chinatown an, ein zwar wirklich kleiner Stadtteil, aber dafür umso voller. Gar nicht mal so schön, ein bisschen verkommen, stinkend, mit unzähligen kleinen Geschäftchen für alles Mögliche. Vor allem für alles, was nie ein Mensch braucht. Dennoch war der Spaziergang durch das Viertel ganz angenehm, heute ist es hier ein wenig kühler, da konnte man sich ganz gut fortbewegen. Allerdings, wie gesagt, recht klein, daher war ich da nach gut einer Stunde durch und bin noch ein wenig weiter nördlich ans Flussufer zum Clarke Quay gelaufen – ein wirklich toll erhaltenes Ufer mit vielen, bunten Kolonialgebäuden voller guter Restaurants.
Und einer BK Whopper Bar – oh ja, Burger King hat hier ein Restaurant, in dem es nur Whopper gibt. In verschiedensten Variationen, gigantisch groß und für verdammt wenig Geld. Es tut mir ja Leid, in einer Stadt wie Singapur ausgerechnet bei Burger King zu essen, aber … nun, Fast Food ist eben meine Schwäche, vor allem in diesem Ausnahmefall. Ist ja auch gewissermaßen exotisch, gibt es nun mal in Deutschland so nicht.
Vor allem in Chinatown stand ich vor meinem ewigen Problem: Urlaubsgeschenke.
Wer mich kennt, weiß, dass ich normalerweise ausschließlich den Leuten etwas aus Urlauben mitbringe, die mich explizit danach fragen. Dieses Mal hatte ich mir allerdings vorgenommen, selber zu versuchen, für ein paar etwas zu finden und mitzubringen, muss aber nun resigniert feststellen, dass ich das einfach nicht kann. Ich habe nun mal keine Ahnung, was ihr so mögt und möchte mir keine unnötige Mühe machen, wenn ich was kaufe, was nicht gefällt.
Also hier nun doch wieder der Aufruf: Wer was haben möchte, meldet sich. Und nein, das ist dann nicht aufdringlich, sondern von mir erwünscht, damit ich mich besser fühlen kann, wenn ich etwas habe, was euch auch gefällt. Also: Fragt mich gefälligst nach irgendwas zum Mitbringen, das meine ich ernst, wer nicht fragt, bekommt auch nichts.
Anregungen, falls ihr nicht wisst, was es hier so gibt, könnt ihr bei mir holen. Kimonos, Fächer, rotes Gebimmsel, Schmuck, Essstäbchen, Gewürze, etc., etc.
Interessanteste Beobachtung des Tages übrigens: Chinesin mit Hornbrille. Sieht doch sehr komisch aus, so kleine Augen hinter einer so großen Brille.
In Chinatown desweiteren der Europäer-Respekt ein wahrer Vorteil – oder wann habt ihr das letzte Mal in einer Menschenmenge nicht ums Vorankommen kämpfen müssen, sondern hattet trotz Überfüllung der Straße genug Platz zum Gehen?
Eigentlich fühle ich mich ja schlecht dabei, aber ich kann ja nun nichts dafür, eigentlich.
Danach jedenfalls war ich recht schnell wieder in der Wohnung und habe Schlaf nachgeholt. Eben waren wir dann in einem großartigen brasilianischen Restaurant essen und nun bin ich wieder. Also wieder ein Tag nach meinem Geschmack, ein paar Stunden durch die Stadt, den Rest Entspannung.
Ab morgen bin ich im Büro, bin mal gespannt, Montag ist aber schon wieder Feiertag, weil hier Wahlen sind. Mehr oder weniger. Wie der Ire letztens richtig bemerkte: Singapur ist ein Beispiel für einen funktionierenden, totalitären Staat.

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